Home Gewusst wie Kampf der Flaschensammler – jeder Cent zählt

Kampf der Flaschensammler – jeder Cent zählt

Von Sebastian

Inhalt des Artikels

  • Was man von Flaschensammler lernen kann.
  • Perspektivenwechsel. Lohnt es sich?
  • Zeichen für Ohnmacht und Armut oder Engagement und Erfindergeist?

Dieser Artikel ist ein Teil der „33 Möglichkeiten nebenbei Geld zu verdienen“.

Das Geld liegt auf der Straße

Bestimmt warst Du schon mal auf einem Festival. Ob Rock oder Pop, laute Musik im Freien genießt man am besten mit einem Bier.

Um sich schon auf dem Weg dorthin in Feierstimmung zu versetzen, nimmt man schon mal ein Fläschchen mit. Leider dürfen die Flaschen nicht mit aufs Gelände, weswegen sie draußen bleiben müssen. Klar, will der Veranstalter doch selber sein Bier an den Mann bringen.

Dabei entsteht hier ein Eldorado für Flaschensammler und die, die erkannt haben, dass Geld doch auf der Straße liegt.

Die riesen Säcke mit den PET Flaschen liegen, sorgsam getrennt, gleich neben den mit den Glasflaschen.

So mancher mag jetzt denken:

„die armen Schweine müssen Flaschen sammeln, statt die Musik zu genießen“.

Wenn man jedoch grob überschlägt und sich vor Augen führt, dass in so einem Sack locker 400 Stück reinpassen und davon mehrere am Tag voll werden, sollte die Frage wohl sein, wer hier wohl arm ist![1]

Flaschen statt Kunst

Irgendwie steht bei jedem Freiluft-Festival ein Musiker dar, der auf seiner Klampfe die Zuschauer bespaßt und dabei die zur Hauptbühne drängenden Massen seine CDs anzudrehen versucht.

Vielleicht sollte sich der verarmte Musiker auf Flaschensammeln verlegen.

Man kann sich zwar dabei nicht als Künstler rühmen, hat jedoch am Ende des Tages mehr in der Tasche!

Mehr als ein Mindestlohn

Im Vergleich zu der Crêpes-Verkäuferin, die für den Mindestlohn Teigware an den Musikliebhaber bringen muss, sind rund 200 Euro für Leergut sammeln![1] ein Spitzenverdienst.

Vor allem da sie ihr Gehalt versteuern muss, während der Annahmeautomat den Verdienst sofort steuerfrei ausspuckt.

Das Einzige was auf der Strecke bleibt, ist der Stolz. In diesem Fall eine teure Angelegenheit.

Apropos stolz

Dabei muss ich an meine Studienzeit denken und den Mann mit seinem weißen Schäferhund.

Jeden Tag sahen wir ihn aus der Mensa heraus Leergut sammeln. Dabei ging uns durch den Kopf

„zum Glück kann ich hier studieren, um später keinen Müll durchwühlen zu müssen“.

Was ich jedoch später raus fand, war, dass der Mann nicht nur ein Haus besaß, sondern jedes Jahr von dem aufgehobenen Gut mit seiner Frau in den Urlaub flog.

Während wir uns in den Semesterferien mit Studentenjobs den Hintern aufrissen, lag er in der Sonne und lies sich die Cocktails an die Liege bringen.

Da lag anscheinend viel Geld auf der Straße rum.

Recycling auf höchsten Niveaus

Doch mittlerweile ist dort draußen ein echter Kampf entfacht.

Aus meinem Küchenfenster kann ich die entfernten Mülltonen sehen.

In lauen Sommernächten konnte ich oft einen Opa bei seinem Nebenverdienst beobachten. Manchmal fischte er dort eine Flasche raus und besserte so seine Rente auf oder finanzierte damit das Studium seiner Enkel. Wer weiß.

Doch damit ist jetzt Schluss.

Jetzt wird der Müll mehrmals täglich gründlich von unseren ausländischen Gästen durchwühlt.

Mir scheint, dass die in Schichten arbeiten und die höchste Form von Recycling praktizieren.

Was sie da schon alles rausgeholt haben….
Anscheinend muss man nur wissen wie.

Kampf der Flaschensammler - jeder Cent zählt 1
Flaschensammler-Mom
Flaschensammler-Dad

Alle 5 Minuten wird der Mülleimer gestürmt

Dieser Kampf ist jedoch nicht nur auf meine Mülltonne beschränkt.

Neulich saß ich in einer Bahnhofs-Bäckerei und wartete auf meinen Zug.
Einen dampfenden Kaffee in der Hand schaute ich aus dem Fenster den Menschen bei ihrer Hetze zu. Dabei fiel mir auf, dass immer wieder jemand den Mülleimer durchsuchte.
Anfangs habe ich es nicht beachtet, doch nach den dritten Mal habe ich mir den Spaß gemacht die Zeit zu stoppen.

Ich war so über das Ergebnis erstaunt, dass ich den ersten Zug ohne mich abfahren lies.

So saß ich da mit meinem mittlerweile zweiten Kaffee und zählte.

Nach knapp 50 Minuten waren zehn Menschen da und ich mit genug Koffein auf den Weg zur Bahn.

Wenn ich das so hochrechne, ist der Müll alle 5 Minuten umgedreht worden.

Eine traurige Bilanz.
Vor allem, da sie kein Leergut bekamen.

Synonym für Armut…


Müll-Durchwühler. Schrott-Abholer. Flaschen-Sammler.
Tätigkeiten, die ich unterbewusst mit Armut in Verbindung gesetzt habe.

Kein Wunder, kann man ja nur gescheiterte Persönlichkeiten dabei beobachten.
Die, die mit eingesauten Klamotten, bis zum Ellbogen im Mülleimer stecken.
Schrottreife Fahrräder, mit aufgeblähten IKEA Taschen, vor sich herschieben.
Und nicht unbedingt nach Eau de toilette riechen.

Ein Klischee, das man vor allem aus US-amerikanischen Filmen kennt: Der Hobo, der sein ganzen Hab und Gut in einem Einkaufswagen transportiert.

Dass sie ein Eigenheim mit einer S-Klasse davorstehen haben, ist nicht unbedingt der erste Gedanke, der mir bei deren Anblick durch den Kopf geht.
Sind wir doch auf die Verpackung konditioniert und messen ihr oft mehr Bedeutung bei, als dem Inhalt selbst.

…der keins ist

Dass man damit so viel verdienen kann, dass sogar das Finanzamt und Rentenversicherung Geld rückfordern, hat Eduard Lüning 2011 erleben müssen.
Nachdem er die Erfolge in seinem Buch „Mit Dosenpfand zum Wohnmobil: 13.000 Euro Flaschenpfand…*“ publiziert hat, sind die Beamten auf die Tagesordnung gekommen.

Doch er ist nicht der Einzige, der mit dieser Tätigkeit Geld verdient.
Ja, Tätigkeit, den Arbeit ist es offiziell nicht und somit nicht Gewerbeanmeldungpflichtig[2] .

Mittlerweile sind es so viele, dass dieses Phänomen akademisch untersucht wurde.

Unter der Leitung zweier Sozialwissenschaftler, haben Studenten einer Münchener Hochschule, mehr als 30 Interviews mit Sammlern geführt, diese in Selbstversuchen verifiziert, alles analysiert und zwischen zwei Buchdeckel gepresst. Flaschensammeln: Überleben in der Stadt*

Während das erste Buch aus der Ich-Perspektive das Leben des Flaschensammler beleuchtet, gehen die Autoren im zweiten Buch auf die Gesellschaft und die verschiedenen Typen der Sammler ein.

Dass man es als Hobby betreiben kann, war mir bis dato nicht so bewusst.

Mit Dosenpfand zum Wohnmobil
Flaschensammel - Überleben in der Stadt

Fazit – was ich vom Flaschensammler lernen konnte.

Was ich aus den Beobachtungen, die sich mittlerweile über mehrere Jahre erstreckten, gelernt habe?

1. Aufmerksamkeit

Den Kopf in Wolken tragen, groß Denken und wagemutig sein ist genauso wichtig, wie den Blick auf den Boden halten und die Straße nicht aus den Augen verlieren.

2. Stolz

Selbstwert wird oft mit Selbstgefälligkeit verwechselt. Es ist weniger wichtig, wie uns Andere sehen, als wie wir uns selbst sehen.

3. Kontinuität

Egal wie klein die Dinge sind, mit Beharrlichkeit werden sie groß. So können aus acht Cent 13.000 Euro werden.

Jetzt anfangen!

So kann man mit weggeworfenen Dingen Geld verdienen. Ob man sie selbst aufhebt oder nur darüber schreibt, bleibt einem selbst überlassen.

Schließlich ist das Erheben minderwertiger in höherwertiger Güter oder Dienstleistungen, die Hauptaufgabe eines Unternehmers.

Diese drei Grundsätze helfen also bei der Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung.

Der einzige Nachteil ist nur: Man muss es selbst machen!

Quellennachweiß

1. Dosenkönig verdient 13.000 Euro pro Saison

2. Einkommensteuergesetz (EStG) § 22 Arten der sonstigen Einkünfte

Bilder: Pexels.com

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